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Welchen Service bietet RADAR an?

Mit RADAR können wissenschaftliche Forschungsdaten archiviert oder publiziert werden. Bei der Archivierung werden Daten über längere Zeiträume sicher gespeichert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) empfiehlt beispielsweise, Forschungsdaten für eine Periode von 10 Jahren aufzubewahren. In RADAR kann zwischen Haltefristen von 5,10 oder 15 Jahren gewählt werden. Standardmäßig sind archivierte Daten und ihre Beschreibung (Metadaten) nicht öffentlich einsehbar, es sei denn, der Datengeber legt etwas anderes fest. Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter dem Begriff Datenarchivierung. Bei der Datenpublikation werden die Forschungsdaten für Dritte öffentlich zugänglich gemacht. Optional können Datengeber eine Sperrfrist definieren. Die Daten können dann erst nach Ablauf dieser Embargofrist öffentlich eingesehen werden. RADAR vergibt einen Digital Object Identifier (DOI) für jedes publizierte Datenpaket. Damit können die Daten eindeutig identifiziert, mit Publikationen verknüpft und verlässlich zitiert werden. RADAR garantiert eine Speicherdauer publizierter Daten von mindestens 25 Jahren. Um die Auffindbarkeit und Verständlichkeit der Daten zu verbessern, können Datenpakete mit disziplinspezifischen Metadaten beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter dem Begriff Datenpublikation. Mit RADAR können Daten vor der Veröffentlichung begutachtet werden, zum Beispiel im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses. Zu diesem Zweck können Datengeber in RADAR nicht öffentliche Links erzeugen und an die Reviewer weitergeben. Darüber hinaus stellt RADAR eine API zur Verfügung, die es erlaubt, RADAR-Dienste über eine eigene Benutzungsoberfläche anzuprogrammieren und anzubieten.

Was kostet der Service?

Mit Vertragsabschluss fällt eine jährliche Vertragsgrundgebühr an. Hinzu kommen nutzungsabhängige Entgelte, die sich nach der Datenmenge und der in Anspruch genommenen Dienstleistung richten. Die Kosten für die Datenarchivierung hängen von der gespeicherten Datenmenge ab und sind während der Haltefrist jährlich zu zahlen. Für die Publikation von Datenpaketen inkl. garantierter Haltefrist von 25 Jahren bietet RADAR eine Einmalzahlung an, die sich an der Datenmenge orientiert. Die aktuelle Preisliste finden Sie hier. Diese Preise gelten ausschließlich für Hochschulen und Forschungseinrichtungen als institutionelle Kunden. Beim Beantragen von Förder- und Drittmitteln können Antragsteller die Kosten für die Publikation oder Archivierung von Forschungsdaten mit RADAR in den Antrag integrieren und so die Finanzierung für RADAR-Dienste mit einwerben.

Wie können Dritte auf die Datensätze zugreifen?

Publizierte Datenpakete sind öffentlich einsehbar und der Zugriff ist kostenfrei. Bei der Nachnutzung der Daten gelten die vom Datengeber vorgegebenen Lizenzbestimmungen.
Archivierte Datenpakete sind nicht öffentlich einsehbar (dark archive). Der Datengeber kann allerdings einzelnen registrierten Nutzern den Zugang zu diesen Datenpaketen gewähren. Weitere Informationen finden Sie im Videotutorial Rollen und Benutzerverwaltung.

Wie lange werden publizierte und archivierte Daten in RADAR vorgehalten?

Bei der Archivierung bestimmt der Administrator die Haltefrist (5,10 oder 15 Jahre). Die Daten werden dann von RADAR für diesen Zeitraum sicher archiviert (dark archive). Der Datengeber kann jederzeit auf die Daten zugreifen.
Bei publizierten Daten garantiert RADAR die öffentliche Verfügbarkeit der Daten über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren. Der Datengeber kann gegebenenfalls eine Embargofrist festlegen, das Datenpaket wird dann erst nach Ablauf dieser Frist veröffentlicht.

Welche Maßnahmen zur Langzeitarchivierung (LZA) trifft RADAR?

Die Datenübertragung zur Speicherschicht erfolgt über standardisierte Protokolle (SFTP, GridFTP). Die Datenhaltung erfolgt über moderne Platten- und Tape-Systeme. Diese bieten mehrere Petabyte an Speicherplatz. Ein Storage Management System (High-Performance Storage System - HPSS) sorgt für einen effizienten Datenzugriff und erlaubt eine kostengünstige Langzeitspeicherung. Die System-Zuverlässigkeit wird durch Mehrfachkopien gesichert, die an unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Technologien abgelegt werden. Der Einsatz von Redundant Array of Independent Disks (RAID) und die Systemüberwachung selbst sorgen für die Datensicherheit der administrativen Komponenten, wie zum Beispiel Datenbanken, im System. Die Daten selbst liegen als BagIt-Strukturen in ZIP-Containern vor, d.h. die Daten werden in wohl-dokumentierten Containern vorgehalten. Jedes archivierte Datenpaket besteht aus einer Datei, die in sich selbstbeschreibend ist (also Daten und beschreibende Metadaten enthält). Für die Interpretation der BagIt-Strukturen ist keine spezielle Software notwendig.
RADAR sichert derzeit ausschließlich den physischen Erhalt von Datenpaketen, eine funktionale Langzeitarchivierung mit Formatmigration ist derzeit nicht vorgesehen.
RADAR garantiert weder die dauerhafte Nutzbarkeit noch die Interpretierbarkeit der in einem Datenpaket enthaltenen Daten, da diese abhängig von den gewählten Datenformaten sind. RADAR empfiehlt daher die Verwendung von Dateiformaten, die für die Langzeitarchivierung geeignet sind.

Werden die Daten redundant gespeichert?

Ja, es werden drei Kopien an drei Standorten (2 x Karlsruhe, 1 x Dresden) gespeichert. Dabei kommen unterschiedliche Soft- und Hardware-Systeme zum Einsatz. Die Systeme in Karlsruhe und Dresden sind organisatorisch und administrativ vollständig voneinander getrennt und unabhängig.

Wird die Integrität der Daten während der Speicherdauer geprüft?

Datenpakete werden vor ihrer Überführung in einen dauerhaften Speicher mit einer Prüfsumme (“checksum”) versehen, die nach jedem Kopiervorgang kontrolliert wird. Damit können Fehler während der Datenübertragung entdeckt und beseitigt werden. Beim Zugriff auf ein Datenpaket wird erneut die Prüfsumme berechnet und mit dem gespeicherten Wert verglichen, um eventuelle Datenkonsistenzfehler zu identifizieren. Sollte hierbei ausnahmsweise ein Fehler erkannt werden, greift RADAR auf die zweite Kopie am anderen Standort zu. Die verwendeten Speichermedien werden spätestens bei Ablauf der Herstellergarantie ausgetauscht. Dabei erfolgt eine Migration der betroffenen Datenpakete auf neue Speichermedien, verbunden mit einer Überprüfung auf eventuelle Bitfehler (“Fixity Checks”).