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Frequently Asked Questions

FAQ

1 Über RADAR

Was ist RADAR?

RADAR ist ein disziplinübergreifendes Repositorium, das die Archivierung sowie die Publikation von Forschungsdaten ermöglicht. Der Fokus von RADAR liegt auf Forschungsdaten des sogenannten „Long Tails”, also aus den Fachrichtungen, die mit kleineren Datenmengen umgehen und meist noch keine eigene Infrastruktur für das Forschungsdatenmanagement vorhalten. Der Dienst richtet sich in seiner Startphase an öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen in Deutschland. Ein Angebot an andere Einrichtungen, auch im Ausland, ist in Vorbereitung.

Wer betreibt RADAR?

RADAR ist ein Service für die akademische Forschung und wird von namhaften deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen getragen. Angeboten und betrieben wird RADAR durch FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur. Die technische Infrastruktur stellen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über sein Steinbuch Centre for Computing (SCC) und die TU Dresden mit ihrem Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) bereit. Die Technische Informationsbibliothek (TIB) unterstützt FIZ Karlsruhe bei Beratung, Training und Marketing. Außerdem bezieht RADAR über sie (DataCite) die für die Datenpublikation benötigten Digital Object Identifier (DOI).

Wie wird RADAR finanziert?

Das RADAR-Projekt wurde von September 2013 bis August 2016 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Während der Förderung wurde ein nachhaltiges, transparentes Geschäftsmodell entwickelt, das den langfristigen Betrieb RADARs sicherstellt. Es basiert auf nutzungsabhängigen Entgelten, Vertragsgebühren und institutioneller Förderung. Seit März 2017 läuft RADAR im Regelbetrieb und kommt ohne projektbezogene Förderung aus.

Worauf basiert die RADAR Software? Wie ist die Software lizenziert?

RADAR ist ein gehosteter Dienst. Die eingesetzte Software setzt sich aus den Archivlösungen beim Steinbuch Centre of Computing (SCC) und dem Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH), der Repository-Management-Middleware und dem Frontend (Benutzungsoberfläche) zusammen. Middleware und Frontend basieren vollständig auf Open-Source-Software (u.a. Cassandra und ElasticSearch). Die Archivlösungen bei SCC (HPSS) und ZIH (SpectrumProtect) sind teilweise kommerziell und nicht Teil der RADAR-Software. Die RADAR-Software steht unter Apache License 2.0 als Open Source zur Verfügung.

Ist RADAR zertifiziert?

Das RADAR-Team arbeitet aktuell an einer Zertifizierung als “Trustworthy Data Repository” nach den Richtlinien des neuen Core Trust Seals, einer gemeinsamen Initiative von DANS und dem World Data System (WDS) unter dem Schirm der Research Data Alliance (RDA).

2 Voraussetzungen für die Nutzung von RADAR

An wen richtet sich RADAR?

RADAR richtet sich in seiner Startphase an öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen in Deutschland, die Forschenden eine Infrastruktur für das Forschungsdatenmanagement anbieten möchten. Der Fokus von RADAR liegt insbesondere auf Forschungsdaten des sogenannten „Long Tails”, also aus den Fachrichtungen, die mit kleineren Datenmengen umgehen und meist noch keine eigenen Infrastrukturen vorhalten. Ein Angebot an Einrichtungen, die nicht öffentlich gefördert werden oder nicht in Deutschland angesiedelt sind, ist in Vorbereitung.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um RADAR nutzen zu können?

Die Nutzung von RADAR als Infrastruktur für das Forschungsdatenmanagement einer Institution setzt den Abschluss eines Dienstleistungsvertrags zwischen der Einrichtung und FIZ Karlsruhe voraus. Mehr Informationen zum Vertragstext, der RADAR-Dienstbeschreibung sowie zu den Nutzungsbedingungen finden Sie hier.

Wieso kostet RADAR etwas und wieviel?

Das Geschäftsmodell von RADAR ist auf Nachhaltigkeit und Transparenz ausgelegt. Es basiert auf nutzungsabhängigen Entgelten, Vertragsgebühren und institutioneller Förderung. Die Preise richten sich nach dem Datenvolumen und der Dienstleistung, die in Anspruch genommen wird. Mehr Informationen entnehmen Sie bitte der RADAR Preisliste.

Muss vor der Nutzung immer einen Vertrag abgeschlossen werden?

Ja, um Forschungsdaten mit RADAR zu publizieren oder archivieren zu können, müssen Forschungseinrichtungen zunächst einen Vertrag mit FIZ Karlsruhe abschließen. RADAR bietet interessierten Institutionen die Möglichkeit, den Dienst vorab unverbindlich über einen Testzugang zu testen. Um publizierte Forschungsdaten einzusehen und herunterzuladen ist weder ein Vertrag noch eine Registrierung notwendig, die Nutzungsbedingungen für Datennehmer von RADAR sind jedoch zu beachten und zu akzeptieren.

Können Verträge vorab eingesehen werden?

Ja, der Dienstleistungsvertrag über die Nutzung des Datenzentrums RADAR kann hier eingesehen werden.

Gibt es eine Möglichkeit, RADAR unverbindlich zu testen?

Ja, RADAR kann über einen Testzugang unverbindlich getestet werden. Weitere Informationen finden Sie im Glossar sowie im Videotutorial "Testoption".

3 RADAR für Institutionen

Welchen Service bietet RADAR an?

Mit RADAR können wissenschaftliche Forschungsdaten archiviert oder publiziert werden. Bei der Archivierung werden Daten über längere Zeiträume sicher gespeichert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) empfiehlt beispielsweise, Forschungsdaten für eine Periode von 10 Jahren aufzubewahren. In RADAR kann zwischen Haltefristen von 5,10 oder 15 Jahren gewählt werden. Standardmäßig sind archivierte Daten und ihre Beschreibung (Metadaten) nicht öffentlich einsehbar, es sei denn, der Datengeber legt etwas anderes fest. Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter dem Begriff Datenarchivierung. Bei der Datenpublikation werden die Forschungsdaten für Dritte öffentlich zugänglich gemacht. Optional können Datengeber eine Sperrfrist definieren. Die Daten können dann erst nach Ablauf dieser Embargofrist öffentlich eingesehen werden. RADAR vergibt einen Digital Object Identifier (DOI) für jedes publizierte Datenpaket. Damit können die Daten eindeutig identifiziert, mit Publikationen verknüpft und verlässlich zitiert werden. RADAR garantiert eine Speicherdauer publizierter Daten von mindestens 25 Jahren. Um die Auffindbarkeit und Verständlichkeit der Daten zu verbessern, können Datenpakete mit disziplinspezifischen Metadaten beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter dem Begriff Datenpublikation. Mit RADAR können Daten vor der Veröffentlichung begutachtet werden, zum Beispiel im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses. Zu diesem Zweck können Datengeber in RADAR nicht öffentliche Links erzeugen und an die Reviewer weitergeben. Darüber hinaus stellt RADAR eine API zur Verfügung, die es erlaubt, RADAR-Dienste über eine eigene Benutzungsoberfläche anzuprogrammieren und anzubieten.

Was kostet der Service?

Mit Vertragsabschluss fällt eine jährliche Vertragsgrundgebühr an. Hinzu kommen nutzungsabhängige Entgelte, die sich nach der Datenmenge und der in Anspruch genommenen Dienstleistung richten. Die Kosten für die Datenarchivierung hängen von der gespeicherten Datenmenge ab und sind während der Haltefrist jährlich zu zahlen. Für die Publikation von Datenpaketen inkl. garantierter Haltefrist von 25 Jahren bietet RADAR eine Einmalzahlung an, die sich an der Datenmenge orientiert. Die aktuelle Preisliste finden Sie hier. Diese Preise gelten ausschließlich für Hochschulen und Forschungseinrichtungen als institutionelle Kunden. Beim Beantragen von Förder- und Drittmitteln können Antragsteller die Kosten für die Publikation oder Archivierung von Forschungsdaten mit RADAR in den Antrag integrieren und so die Finanzierung für RADAR-Dienste mit einwerben.

Wie können Dritte auf die Datensätze zugreifen?

Publizierte Datenpakete sind öffentlich einsehbar und der Zugriff ist kostenfrei. Bei der Nachnutzung der Daten gelten die vom Datengeber vorgegebenen Lizenzbestimmungen.
Archivierte Datenpakete sind nicht öffentlich einsehbar (dark archive). Der Datengeber kann allerdings einzelnen registrierten Nutzern den Zugang zu diesen Datenpaketen gewähren. Weitere Informationen finden Sie im Videotutorial Rollen und Benutzerverwaltung.

Wie lange werden publizierte und archivierte Daten in RADAR vorgehalten?

Bei der Archivierung bestimmt der Administrator die Haltefrist (5,10 oder 15 Jahre). Die Daten werden dann von RADAR für diesen Zeitraum sicher archiviert (dark archive). Der Datengeber kann jederzeit auf die Daten zugreifen.
Bei publizierten Daten garantiert RADAR die öffentliche Verfügbarkeit der Daten über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren. Der Datengeber kann gegebenenfalls eine Embargofrist festlegen, das Datenpaket wird dann erst nach Ablauf dieser Frist veröffentlicht.

Welche Maßnahmen zur Langzeitarchivierung (LZA) trifft RADAR?

Die Datenübertragung zur Speicherschicht erfolgt über standardisierte Protokolle (SFTP, GridFTP). Die Datenhaltung erfolgt über moderne Platten- und Tape-Systeme. Diese bieten mehrere Petabyte an Speicherplatz. Ein Storage Management System (High-Performance Storage System - HPSS) sorgt für einen effizienten Datenzugriff und erlaubt eine kostengünstige Langzeitspeicherung. Die System-Zuverlässigkeit wird durch Mehrfachkopien gesichert, die an unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Technologien abgelegt werden. Der Einsatz von Redundant Array of Independent Disks (RAID) und die Systemüberwachung selbst sorgen für die Datensicherheit der administrativen Komponenten, wie zum Beispiel Datenbanken, im System. Die Daten selbst liegen als BagIt-Strukturen in ZIP-Containern vor, d.h. die Daten werden in wohl-dokumentierten Containern vorgehalten. Jedes archivierte Datenpaket besteht aus einer Datei, die in sich selbstbeschreibend ist (also Daten und beschreibende Metadaten enthält). Für die Interpretation der BagIt-Strukturen ist keine spezielle Software notwendig.
RADAR sichert derzeit ausschließlich den physischen Erhalt von Datenpaketen, eine funktionale Langzeitarchivierung mit Formatmigration ist derzeit nicht vorgesehen.
RADAR garantiert weder die dauerhafte Nutzbarkeit noch die Interpretierbarkeit der in einem Datenpaket enthaltenen Daten, da diese abhängig von den gewählten Datenformaten sind. RADAR empfiehlt daher die Verwendung von Dateiformaten, die für die Langzeitarchivierung geeignet sind.

Werden die Daten redundant gespeichert?

Ja, es werden drei Kopien an drei Standorten (2 x Karlsruhe, 1 x Dresden) gespeichert. Dabei kommen unterschiedliche Soft- und Hardware-Systeme zum Einsatz. Die Systeme in Karlsruhe und Dresden sind organisatorisch und administrativ vollständig voneinander getrennt und unabhängig.

Wird die Integrität der Daten während der Speicherdauer geprüft?

Datenpakete werden vor ihrer Überführung in einen dauerhaften Speicher mit einer Prüfsumme (“checksum”) versehen, die nach jedem Kopiervorgang kontrolliert wird. Damit können Fehler während der Datenübertragung entdeckt und beseitigt werden. Beim Zugriff auf ein Datenpaket wird erneut die Prüfsumme berechnet und mit dem gespeicherten Wert verglichen, um eventuelle Datenkonsistenzfehler zu identifizieren. Sollte hierbei ausnahmsweise ein Fehler erkannt werden, greift RADAR auf die zweite Kopie am anderen Standort zu. Die verwendeten Speichermedien werden spätestens bei Ablauf der Herstellergarantie ausgetauscht. Dabei erfolgt eine Migration der betroffenen Datenpakete auf neue Speichermedien, verbunden mit einer Überprüfung auf eventuelle Bitfehler (“Fixity Checks”).

4 RADAR für Forschende

Welche Vorteile bietet die Archivierung oder Publikation von Forschungsdaten bei RADAR?

Da in der Forschung immer mehr Daten anfallen, wird ein passendes Management wissenschaftlicher Daten demnach wichtiger. Diese Ansicht vertreten zunehmend auch Forschungsförderer, die entsprechende Auflagen an die Vergabe von Drittmitteln knüpfen.
Mit dem Ablegen von Forschungsdaten in RADAR wird sichergestellt, dass die Anforderungen von Leistungsträgern und der „guten wissenschaftlichen Praxis“, also die sichere Aufbewahrung und Verfügbarkeit der für Publikationen zugrunde liegenden Daten, erfüllt werden.
Darüber hinaus erhöht die Publikation wissenschaftlicher Daten die Sichtbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Forschung. Dritte können Daten finden und zitieren. Damit können die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit nachgenutzt werden.

Wie unterstützt RADAR Forschende beim Publizieren von Forschungsergebnissen?

RADAR-Dienste können in den Publikationsprozess von Zeitschriftenaufsätzen integriert werden. Verlangt eine Zeitschrift die Veröffentlichung der zugrundeliegenden Forschungsdaten, können Forschende ihre Daten bei RADAR publizieren und die DOI des Datenpakets mit dem Zeitschriftenaufsatz verbinden. Die Daten können vor der Publikation außerdem begutachtet werden, beispielsweise im Rahmen eines Peer-Review-Prozesses. Dafür bietet RADAR Datengebern die Möglichkeit, einen nicht öffentlichen Link zu erzeugen, der an die Gutachter weitergegeben werden kann.

Wie unterstützt RADAR Forschende bei der Erstellung eines Datenmanagementplans (DMP)?

Forschende können in Datenmanagementplänen RADAR-Dienste angeben, um die Speicher- beziehungsweise Archivierungsstrategie zu beschreiben. Archivierte und publizierte Forschungsdaten erhalten einen eindeutigen persistenten Identifikator, der gegenüber Förder- und Drittmittelgebern als Nachweis einer nachhaltigen Datenspeicherung dienen kann. Beim Beantragen von Förder- und Drittmitteln können Antragsteller die Kosten für die Publikation oder Archivierung von Forschungsdaten mit RADAR in den Antrag integrieren und so die Finanzierung für RADAR-Dienste mit einwerben. Die aktuelle Preisliste finden Sie hier. Auf Anfrage erstellen wir gerne einen Kostenvoranschlag für Forschungsvorhaben.

Gibt es einen empfohlenen Zeitraum, über den wissenschaftliche Daten gespeichert werden sollten?

In den Empfehlungen zur "Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis" fordert die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG), dass Primärdaten, die einer Veröffentlichung zu Grunde liegen, für einen Zeitraum von 10 Jahren gespeichert werden sollen. Dieser Zeitraum wird häufig im Datenmanagement-Kontext erwähnt. Trotzdem gibt es keine allgemein und für alle Fachdisziplinen empfohlene Speicherdauer. Abhängig von Forschungsgebiet, Leistungsträgern oder Institutionen können verschiedene Anforderungen in Kraft treten.
Bei der Archivierung von Daten mit RADAR können Datengeber den Zeitraum auswählen, über den die Daten gespeichert werden sollen (5, 10 oder 15 Jahre). Bei Bedarf kann der Zeitraum erweitert werden. Für publizierte Daten garantiert RADAR die Verfügbarkeit der Daten über mindestens 25 Jahre.

5.1 Daten hochladen

Wie werden Daten in RADAR hochgeladen?

Um Daten in RADAR hochzuladen, müssen Sie als Nutzer registriert sein und über Kuratoren- bzw. Subkuratoren-Rechte verfügen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Videotutorial Rollen und Benutzerverwaltung.

Welche Datentypen und -formate können mit RADAR archiviert und publiziert werden?

RADAR gibt keinerlei Beschränkungen hinsichtlich des Datentyps oder -formats vor.
Datenpakete in RADAR können zum Beispiel Rohdaten oder Daten in verschiedenen Bearbeitungsstufen enthalten. RADAR empfiehlt Formate, die besonders gut für die Langzeitarchivierung geeignet sind. Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter Formatempfehlungen.
Es dürfen keine Daten, die dem Datenschutzrecht unterliegen, bei RADAR abgelegt werden.

Können Datenpakete in RADAR nach dem Hochladen noch bearbeitet werden?

Solange ein Datenpaket im Pending-Status ist, können noch Änderungen am Inhalt und an der Beschreibung vorgenommen werden.
Nach der Freigabe zur Archivierung oder Publikation durch den Kurator sind keine Änderungen mehr möglich. Dies dient der Sicherstellung der Zitierbarkeit des Datenpakets. Falls nachträglich Änderungen oder Korrekturen vorgenommen werden sollen, kann ein neues Datenpaket angelegt und über die Beschreibung ein Verweis auf die ursprüngliche Version hinzugefügt werden (über die Felder "Related Identifier" und "Relation Type").
Sollte die Löschung bereits publizierter Daten notwendig sein, stellt RADAR weiterhin die Referenzierbarkeit über eine Landing Page sicher.

Können Daten neben dem manuellen Upload auch automatisch hochgeladen werden?

Ja, die automatische Datenübernahme wird über die RADAR API ermöglicht. Mehr Informationen zur Nutzung der API finden Sie hier.

Was ist die maximale Dateigröße, die hochgeladen werden kann?

Abhängig vom verwendeten Browser sind Uploads von mindestens 10 GB möglich. Der Internet Explorer wird nur noch ab Version 11 unterstützt, da Microsoft ältere Versionen seit 2016 nicht mehr pflegt und damit deren Verwendung ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellen kann.

Können personenbezogene Daten in RADAR gespeichert werden?

Es dürfen in RADAR keine Daten mit Personenbezug gespeichert werden. Auf diese Einschränkung wird bei Abschluss eines Nutzungsvertrags in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hingewiesen.

5.2 Daten beschreiben

Wie werden Forschungsdaten in RADAR beschrieben?

Die Beschreibung von Datenpaketen zählt zu den Aufgaben der (Sub-)Kuratoren. RADAR hat ein Metadatenprofil für die Beschreibung von Forschungsdaten entwickelt, das 10 Pflichtfelder vorgibt. Die Pflichtfelder erfüllen die Voraussetzungen für die Vergabe eines DOI (Digital Object Identifier) für das Datenpaket. Die Felder sind außerdem auf verschiedene Wissenschaftsdisziplinen übertragbar. Neben den Pflichtfeldern können 13 optionale Felder ausgefüllt werden. Sorgfältig beschriebene Datenpakete erhöhen die Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit der Forschungsdaten. Die Dokumentation des RADAR Metadatenschemas ist hier verfügbar. Weitere Informationen zur Beschreibung von Datenpaketen finden Sie im Videotutorial "Metadaten für Datenpakete".

Werden das Datenpaket und die beschreibenden Metadaten von RADAR auf Qualität geprüft?

Die technische Integrität des Datenpakets wird beim Upload und im Rahmen der Bitstream Preservation in regelmäßigen Abständen von RADAR überprüft. Eine inhaltliche Prüfung der Datenpakete liegt in der Verantwortung der Datengeber.
Die Metadaten werden vor dem Publizieren oder Archivieren automatisch auf Vollständigkeit geprüft und validiert.

Über welche Datenbanken und Suchmaschinen können Daten gefunden werden, die mit RADAR publiziert sind?

RADAR verwendet das Protokoll OAI-PMH, um die Metadaten zum automatischen Einsammeln (Harvesting) durch Suchmaschinen zur Verfügung zu stellen. Die Metadaten stehen unter einer CC0-Lizenz und sind auch über den DataCite Metadatenstore abrufbar. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die publizierten Datenpakete über eine Vielzahl von Suchmaschinen und Datenbanken gefunden werden können.

Können Metadaten automatisiert eingepflegt werden?

Ja, Administratoren und Kuratoren können Metadaten offline als XML-Datei erstellen und per Upload in RADAR hinterlegen. Auf diese Weise können einzelne Datenpakete beschrieben werden als auch ein (überschreibbarer) Standardwert für den gesamten Arbeitsbereich definiert werden. Eine Vorlage für die entsprechende XML-Datei steht in RADAR online zur Verfügung. Weiterhin können Metadaten automatisch über die RADAR API hochgeladen werden. Erste Schritte zur Nutzung der API finden Sie hier.

Wie wird die Interoperabilität der Metadaten gewährleistet?

Das RADAR-Metadatenschema ist kompatibel mit den weit verbreiteten Metadatenschemata DataCite und Dublin Core. Darüber hinaus können die RADAR-Metadaten über den DataCite Metadatenstore aufgefunden und nachgenutzt werden. Eine Anbindung an ORCID ist implementiert.

In welchen Sprachen können die Metadaten erfasst werden?

Die Sprache für die Metadaten ist frei wählbar. Optional kann eine Sprache für das Datenpaket angegeben werden. Eine Übersetzung der Metadaten in mehrere Sprachen ist bisher nicht vorgesehen.

Gilt eine Lizenz für das gesamte Datenpaket oder für einzelne Dateien?

Die Lizenz gilt für das gesamte Datenpaket. Sollen unterschiedliche Lizenzen vergeben werden, müssen die Daten in mehrere Datenpakete aufgeteilt werden. RADAR empfiehlt die Verwendung von Creative Commons Lizenzen.

5.3 Daten speichern, archivieren und publizieren

Wie lange werden Datenpakete in RADAR gespeichert?

Die Speicherdauer für archivierte Datenpakete wird vom Datengeber gewählt und kann 5, 10 oder 15 Jahre betragen. Bei Bedarf kann die Speicherdauer angepasst werden, bitte nehmen Sie hierzu Kontakt mit RADAR auf.
Bei publizierten Datenpaketen ist eine dauerhafte Speicherung vorgesehen. RADAR garantiert die Verfügbarkeit der Datenpakete für mindestens 25 Jahre.

Kann die Speicherdauer bei Bedarf verlängert werden?

Ja, durch eine Verlängerung des Vertrags kann die Speicherdauer archivierter Datenpakete ausgedehnt werden. Für publizierte Datenpakete ist eine dauerhafte Speicherung vorgesehen. RADAR garantiert die Verfügbarkeit der Datenpakete für mindestens 25 Jahre.

Werden Datenpakete nach Ablauf der Haltefrist gelöscht?

Publizierte Datenpakete sind dauerhaft (d.h. mindestens 25 Jahre) verfügbar. Bei archivierten Datenpaketen wird der angegebene Ansprechpartner ein halbes Jahr vor Ablauf der Archivierungsfrist informiert. Kurz vor Ablauf der Frist wird der Administrator erneut informiert. Handelt der Kunde bis zum Ende der Archivierungsfrist nicht, werden die Daten gelöscht.

Können Daten auch nach Ablauf einer festgelegten Embargofrist publiziert werden?

Ja, der Datengeber kann in RADAR eine Embargofrist für Datenpakete festlegen. Die beschreibenden Metadaten, werden sofort nach der Publikation veröffentlicht und das Datenpaket erhält eine DOI. Die Forschungsdaten können erst öffentlich eingesehen werden, nachdem die Embargofrist abgelaufen ist.

Vergibt RADAR persistente Identifikatoren für Datenpakete?

Publizierte Datenpakete erhalten in RADAR einen Digital Object Identifier (DOI). Damit können Datenpakete eindeutig referenziert und verlässlich zitiert werden.
Archivierte Datenpakete erhalten einen RADAR-Identifier.

Wie schnell erhält ein publiziertes Datenpaket eine DOI?

RADAR vergibt für publizierte Datenpakete eine vorläufige DOI. Diese vorläufige DOI kann der Datengeber bereits an Dritte weitergeben. Die Weiterleitung über eine DOI zum Speicherort funktioniert erst, wenn die Pflichtfelder im Metadatenformular ausgefüllt sind und das Datenpaket veröffentlicht wurde.

Worauf bezieht sich eine DOI?

RADAR vergibt eine DOI für jedes publizierte Datenpaket. Der Datengeber entscheidet über den Umfang eines Datenpakets. Je nach Sachlage kann es sinnvoll sein, nur eine oder mehrere Dateien in einer .ZIP-Datei zusammenzufassen und in einem Datenpaket abzulegen.

Können publizierte Datenpakete gelöscht werden?

Prinzipiell können publizierte Datenpakete gelöscht werden. In diesem Fall bleibt die Landingpage mit Informationen über das Datenpaket und einem Hinweis auf die Löschung erhalten.

5.4 Daten suchen und zitieren

Wie können Dritte nach publizierten Datenpaketen suchen?

Die Suche nach publizierten Datenpaketen in der RADAR-Datenbank steht allen Nutzern frei, eine Registrierung ist nicht erforderlich. RADAR bietet Nutzern eine Freitextsuche sowie eine Facettensuche in den Metadaten an. Die Suche nach einem speziellen Datenpaket ist am einfachsten über die eindeutige DOI (Digital Object Identifier).
Über die Suche können auch Datenpakete gefunden werden, die erst nach dem Ende einer Embargofrist zum Download verfügbar sind. Nutzer können dann die beschreibenden Metadaten einsehen und das Datenpaket zitieren.
Archivierte Datenpakete sind prinzipiell nicht öffentlich einsehbar und können nicht gesucht werden.

Kann mit RADAR auch der Inhalt von Datenpaketen durchsucht werden?

Nein, die RADAR-Suchfunktion basiert ausschließlich auf den vom Datengeber festgelegten beschreibenden Metadaten Eine Suche im Inhalt von Datenpaketen ist nicht möglich.

Kann man mit RADAR gezielt nach Dateiformaten suchen?

Ja, RADAR erlaubt die Suche nach Dateiformaten. Hierfür steht die Facettensuch-Option “Ressource” zur Verfügung.

Wie werden Forschungsdaten zitiert?

Grundsätzlich gibt es keine verbindlichen Vorgaben für das Zitationsformat. In Anlehnung an internationale Richtlinien empfiehlt RADAR das folgende Zitationsformat:

Ersteller/Autor(en) (Jahr der Veröffentlichung): Titel des Datenpaketes. Herausgeber. Art der Forschungsdaten/Resource Type. Identifier (DOI)

Auf der Landing Page eines Datenpakets wird jeweils ein entsprechender Zitationsvorschlag angezeigt.

5.5 Rollen und Zugriffsrechte

Wer kann RADAR nutzen?

Generell kann jeder den Speicherdienst in Anspruch nehmen. Zielgruppe sind jedoch Institutionen und Forschende, die Forschungsdaten archivieren oder veröffentlichen wollen.

Welche Rollen gibt es in RADAR, und welche Rechte haben sie?

RADAR basiert auf einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung.

  • Administrator: (Vertrags-)Administratoren sind vom Kunden benannte Personen, die in RADAR neue Arbeitsbereiche einrichten und verwalten, an Benutzer die Rollen Kurator oder Subkurator für einen Arbeitsbereich vergeben, das maximal zur Verfügung stehende Speichervolumen definieren und Statistiken einsehen. Administratoren entscheiden auch darüber, welche RADAR-Dienstleistungen (Datenpublikation oder -archivierung) in Anspruch genommen werden. Ein Vertrag kann pro Arbeitsbereich ein oder mehrere Administratoren besitzen.
  • Kurator: Ein Kurator ist verantwortlich für Forschungsdaten eines Arbeitsbereichs und wird vom Administrator bestimmt. Ein Arbeitsbereich kann ein oder mehrere Kuratoren besitzen. Der Kurator ist ein Datengeber mit vollen Rechten, der Forschungsdaten nach RADAR übertragen, mit Metadaten anreichern sowie diese archivieren bzw. publizieren kann. Kuratoren können weitere Personen als Subkuratoren bestimmen und ausgewählten registrierten Nutzern Zugriff auf archivierte Daten gewähren.
  • Subkurator: Sub-Kuratoren werden vom Administrator oder Kurator einem bestimmten Arbeitsbereich zugewiesen. Ein Arbeitsbereich kann ein oder mehrere Subkuratoren besitzen. Der Subkurator ist ein Datengeber mit eingeschränkten Rechten, der nur Daten nach RADAR übertragen und mit Metadaten anreichern kann. Subkuratoren haben Leserechte auf die in ihrem Arbeitsbereich archivierten Datenpakete.

Weitere Informationen finden Sie im Videotutorial "Rollen und Benutzerverwaltung".

Können Dritte auf die Daten und beschreibenden Metadaten zugreifen?

Abhängig vom gewählten Angebot gibt es verschiedene Zugriffsrechte.
Archivierte Datenpakete sind per se nicht für Dritte sichtbar. Kuratoren können allerdings einzelnen registrierten Nutzern Zugriff auf die Daten gewähren. Der Datengeber entscheidet, ob Dritte auf die Metadaten zugreifen können. Es gibt drei Optionen: öffentlich sichtbar; für freigegebene Nutzer sichtbar; nicht sichtbar.
Publizierte Datenpakete und ihre Metadaten sind öffentlich einsehbar und können von Dritten heruntergeladen werden. Gegebenenfalls kann der Datengeber ein zeitliches Embargo für ein Datenpaket festlegen. Die Datenpakete werden dann erst nach Ablauf dieser Frist für Dritte zugänglich gemacht.

Können Nutzerrechte übertragen werden?

Nutzerrechte können entsprechend der RADAR AGB übertragen werden. Dies kann beispielsweise notwendig sein, wenn sich Zuständigkeiten innerhalb einer Institution ändern.

Gibt es neben der Registrierung bei RADAR weitere Möglichkeiten der Authentifikation?

Nutzer, deren Einrichtung am DFN-AAI teilnimmt, müssen sich nicht explizit bei RADAR registrieren, sondern können sich mit ihrer Shibboleth-Benutzerkennung anmelden.